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Wissenswertes über Produkte und Rohstoffe

Auf dieser Seite möchten wir unsere Besucher mehr über unsere Produkte und Rohstoffe informieren und eigene 22 jährige Erfahrungen weitergeben. Dabei wollen wir objektiv bleiben und Sie anregen, selbst weitere Recherchen vorzunehmen. Dazu bietet sich das Internet sinnvollerweise an.

Kurzbezeichnungen und Labels:

kbA = kontrolliert biologischer Anbau
- pflanzlich erzeugte und  verarbeitete Rohstoffe; zertifiziert

kbT = kontrolliert biologische Tierhaltung
- tierisch erzeugte und verarbeitete Rohstoffe; zertifiziert

CU = Control Union (früher SKAL = Stiftung kontrolliert alternativer Landbau)
(siehe eigenen LINK zu 'SKAL ist jetzt Control Union')


GOTS = Global Organic Textile Standards

- Rohstoffe aus mindestens 90% Naturfasern
, (Anm.: bis zu 10% können nicht natürlichen Ursprungs sein; synthetische Fasern dürfen beigemischt werden; bzw. sogar bis zu 25% bei bestimmten Textilien enthalten!!)
- die Fasern sollten aus mindestens 70% aus kbA und/oder kbT stammen, (Anm.: bis zu 30% können konventionell erzeugte Rohfasern in Textilien bzw. darin enthalten sein; auch synthetische Fasern - maximal 10% bzw. bis 25% in Ausnahmen - verarbeitet sein!!)
- überwiegend ökologisch produziert, (Anm.: siehe vorherige Zeile!!)
- Verarbeitung nur aus gesundheitlich und ökologisch unbedenklichen Stoffen und Methoden (
Anm.: zusätzliche Farbstoffe, Hilfsmittel, Veredelung durch Mercerisierung und optische Aufheller können Berücksichtigung finden!!)
- Zwangs- und Kinderarbeit sind verboten, gerechte Bezahlung anzustreben.
(
GOTS bietet 2 Labels an: 'organic' mindestens 95% kbA bzw. kbT Naturfaser zertifiziert und  'XX% with organic'  - also mit mindestens 70% kbA bzw. kbT Naturfasern zertifiziert. Das Label ist gleich. Erst bei Betrachtung der Faser-Auflistung ist der Unterschied zu erkennen! )

IVN = Internationale Vereinigung Naturtextilien

- Rohstoffe aus mindestens 100% Naturfasern, (Anm.: bis zu 5% nicht natürliche - synthetische - Fasern können beigemischt werden!!)
- die Fasern müssen aus 100% kbA und/oder kbT stammen
- ausschließlich ökologisch produziert, (Anm.: keine gentechnisch erzeugten Fasern!!)
- Verarbeitung nur aus gesundheitlich und ökologisch unbedenklichen Stoffen und Methoden (
Anm.: natürliche und synthetische Farbstoffe und Hilfsmittel - GOV-freie Enzyme und bedingt flammschutzhemmende Stoffe - nur nach  Richtlinien erlaubt, Nähfäden dürfen PES-Garn enthalten, Mercerisierung nicht erlaubt, strenge Abwasser-Richtlinien, nickel- und chromfreie Metalle, nur PVC-freie Verpackungen!!)
- Zwangs-, Sklaven- und Kinderarbeit sind verboten, gerechte - existenzsichernde - Bezahlung ist anzustreben, Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen ermöglichen, sichere und hygienische Arbeitsplätze, ...
(
Das Label 'IVN-Best'  stellt hohe Standards, die weit über dem von GOTS liegen und auch über den gesetzlichen Bestimmungen der EU.)

(Öko-Tex-Standard 100 - Textiles Vertrauen - schadstoffgeprüfte Textilien)
- kein Siegel, das mit dem biologischen Anbau oder biologischer Tierhaltung zwingend etwas zu tun hat. Dennoch ist es möglich, dass biologische Fertigprodukte (Textilien) dieses Label tragen können. Das Öko (= Ökologisch) bezieht sich mehr auf die Überprüfung von Schadstoffen von fertigen Textilfasern und -produkten, unabhängig davon ob es sich um synthetische oder natürlich erzeugten Fasern handelt; vor, während und nach der Verarbeitung. (Siehe auch Wikipedia)

QUL (Qualitätsverband Umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.)

- Zusammenschluss von Latexschäumern, Matratzenherstellern und Händlern von Naturmatratzen mit dem Ziel, für eine gesicherte Qualität beim Einsatz von Naturlatex einerseits sowie mehr Sicherheit für den Verbraucher bei Naturlatexmatratzen zu sorgen (Original aus 'Steckbrief' siehe www.qul-ev.de). Dem Verband (eingetragener Verein) gehören zur Zeit 16 Hersteller und Händler an, die überwiegend Naturlatexmatratzen und Naturmatratzen produzieren bzw. vertreiben. (Anm.: Es gibt bis heute keine gesetzlich vorgeschriebene Regelung, ab wann eine Matratze mit 'Naturlatexanteil' als 'Naturlatexmatratze' bezeichnet werden darf.) Die Vergabe eines QUL-Labels erfolgt nur für 100% Naturlatexkern. Der Verband vergibt nach eigenen Kriterien Zertifikate, die als die konsequentesten und strengsten gelten.

GOLS (Global Organic Latex Standard)

- ist ein von der Control Union Certifications herausgegebenes Zertifikat für Naturlatexschaum.

FairTrade (Keidung - Textilien)
- Die Bezeichnung bezieht sich auf den 'fairen Handel' von erzeugten Produkten. Im Vordergrund stehen die sozialen Aspekte wie Arbeits- und  Lebensbedingungen sowie die 'gerechte' höhere Entlohnung der Erzeuger.. Die Rohstoffe und Erzeugnisse können aus ökologischer Produktion stammen. Die Waren sollen nach den strengen internationalen Umweltstandards entsprechen. Das Label wird von der unabhängigen 'Fairtrade Labelling Organizations International' vergeben.

Verbände: (Verbände, über die wir Texilien und Rohstoffe verwenden.)

Demeter - Die wirtschaftenden Betriebe arbeiten 'biologisch dynamisch' nach den Grundlagen anthroposophischer und wissenschaftlichen    Menschen- und Naturerkenntnissen. Die Bewirtschaftung weist in vielfältiger Weise die Einbeziehung vom lebenden Organismus des Bodens, der Pflanzen und der Tiere hin. Die Richtlinien stellen hohe Qualitätsanforderungen sowohl in der Erzeugung als auch in der Verarbeitung und liegen
über den der EU-Verordnung.


Bioland - Die wirtschaftenden Betriebe arbeiten 'biologisch kontrolliert' nach den Richtlinien des Verbandes. Alle Betriebszweige dürfen nur biologische Erzeugnisse produzieren (- EU-Verordnung lässt auch konventionelle Erzeugung in einem Bio-Betrieb zu!). Stark eingeschränkte Düngung in nach Bioland Bestimmung zulässig. Tierfutter 100% biologisch, davon 50% aus eigenem Betrieb. 'Bio' nur bei 100% verarbeiteten Rohstoffen - in Ausnahmefällen sind 5% genehmigungspflichtig. Es besteht ein hoher Qualitätanspruch, die in fast allen Bereichen über der
EU-Verordnung liegt.


Naturland - Die wirtschaftenden Betriebe arbeiten 'biologisch kontrolliert' nach den Richtlinien des ökologischen Landbau-Verbandes. Auch hier steht ein ganzheitlicher Ansatz im Vordergrund, der nachhaltiges Wirtschaften, einen praktizierten Natur- und Klimaschutz, die Sicherung und den Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie denr Schutz des Verbrauchers als oberste Aufgabe sieht. Es besteht eine eigene Textil-Richtlinie, die sich an den oben notierten Aussagen der Kürzel und Labels orientieren. Nähgarn darf aus baumwollumantelten Polyester bestehen (5%  konventionelle Zutaten dürfen im Endprodukt sein, wenn eine bio-Verfügbarkeit nicht besteht - gentechnische Zutaten sind ausgeschlossen!) Der hohe Qualitätsanspruch liegt dem der EU-Verordnung.

Gegensätzliches:

Federn oder Haare im Bett?
Federn haben beim Geflügeltier (Wasser- und Luftvögel) den Zweck, vor Regen, Wasser und Sturm zu schützen und sind daher äußerst ungeeignet für das Bett; besonders aus hygienischen Gründen! Das Gefieder bei Enten besteht aus den Federn, die die Feuchtigkeit abweisen und Daunen, das Wärme bieten soll. Die Federn werden industriell so gereinigt und bearbeitet, dass die eigentlichen Eigenschaften, wie sie bei einem lebenden Tier sein müssten, nicht mehr übereinstimmen können. Das fängt schon beim entfetten der Federn an. Zudem bieten sie wenig Wärme und nehmen so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Das kann man leicht daran erkennen, wenn ein Mensch im Nacken-/Hals- und Kopfbereich ins schwitzen kommt. Die Feuchtigkeit wird vom Kissenbezug und dem Inlett-Bezug (z. B. bei 100% Baumwolle Bezugsstoff) aufgenommen; und die Federn klumpen im dichten luftundruchlässigen Inlett. Dieses feuchte warme  Klima - bedingt durch das Schwitzen im Kopfbereich - bei Federkissen begünstigt ungehindert die Milben- und Bakterienvermehrung. Dies gilt auch für Federbetten. Einige Erkältungs-Erscheinungen lassen sich daher auch nachvollziehen, wenn man von einem unbeheizten Schlafzimmer ausgeht und der feuchte Kopf und Hals bzw. Nacken auf dem Feder-Kopfkissen liegt und durch Zugluft die Gesundheit dadurch beeinträchtigt wird.

Natürlich stellt sich die Frage, wie kommt es zum Einsatz von Federn im Bettenbereich? Historisch gesehen kam es erst verstärkt durch die industrielle Massentierhaltung für den Fleischverzehr auf. Federn wurden in früheren Zeiten mit (gehexeltem) Stroh vermischt; durch das Stroh wurde noch die Feuchtigkeit reguliert. Meist war es dem Adel vorbehalten, Federn und Daunen im Bettbereich einzusetzen.


Sind Haare besser als Daunen?
Beim Federvieh dient die Daune zur Wärmespeicherung. Daunen haben den guten Vorteil, dass sie isolierend wirken und somit sehr gut die angestaute Wärme speichern können - wir gehen von einer normalen Übergangs- oder Ganzjahresdecke aus - und der zweite Vorteil, die Daune ist sehr leicht. Der große Nachteil bei Daunen bzw. Daunendecken (Steppbetten/Steppdecken) ist, dass diese gestaute - oder isolierte - Wärme sehr oft zum Schwitzen führt; was wiederum zu einem unruhigen Schlaf führen kann. Wachen wir dadurch auf, fangen wir an, entweder die Decke zu drehen, um die kühle Seite nach Innen auf den Körper zu legen oder das Bein wird (mehrmals) angehoben, um eine kühle Luft unter die Decke zu bekommen. Wenn wir die Gänse oder Enten beobachten, regulieren sie einen Wärmestau dadurch, in dem sie ihre Flügel aufschlagen und ihr Gefieder aufplustern (aufbauschen).

Bei der Tierwolle bzw. bei den Tierhaaren, die für den Bettenbereich verwendet werden ist es so, dass die Fasern sowohl mit der  Feuchtigkeit, mit der Wärme als auch mit dem Luftzug (Sturm) umgehen müssen. Eine Steppdecke mit gekräuselter Wolle, die gleichzeitig für Volumen sorgt, ist stets eine gewisse Luftzirkulation möglich - auch bei einem dichten Inlett-Bezug. Somit wirkt diese Faser ausgleichender, regulierend und ist anpassungsfähig; sie reagiert auf die Körperwärme und auf die kühle Außentemperatur des Schlafraumes. Aber auch umgekehrt, wenn die Temperatur im Schlafraum erwärmt ist kann sie innen auf dem Körperteil kühlend wirken. Feines Tierhaar - wie Kamelflaumhaar oder Cashmerehaar - können je nach Deckenfüllung ähnliche Wirkung erzeugen, wie eine Daunendecke. Also es ist nicht gesagt, dass eine voluminöse Daunendecke wärmer ist als eine weniger voluminöse Steppdecke aus Wolle oder Haare.

Noch eine Ansichtssache: Während Wolle und Haare oft vom lebenden Tier gewonnen werden, kann man das bei Federn und Daunen nicht sagen. Aber auch hier gibt es bedenken, wenn davon zu hören ist, dass auch Federn und Daunen vom lebendigen Tier gerupft werden.


Ist Kaltschaum ein Naturprodukt?
Nein! Aber in den letzten 4 - 5 Jahren (Stand 2010) hat sich ein Trend entwickelt, aus Erdöl und anderen Bestandteilen hergestellte Kaltschaumkerne mit Pflanzenöl (Mais, Soja, ...) beizumischen. Genaue Angaben, wie viel Pflanzenöl enthalten ist, werden in den meisten Fällen nicht bekannt gegeben; (Anm.: Bei eigens vorgenomenen Recherchen schwankt der Anteil je nach Hersteller von 0 - 13%. Es gilt aber zu bedenken, ob es wirklich notwendig ist, Pflanzenöl in Bettwaren- und Matratzenbereich einzusetzen, die aus Umwelt- und Naturschutz-Gesichtspunkten zur Verdrängung von Wäldern und Landschaftsflächen - auch Agrarflächen - führen.)

Es gibt auch Anbieter, die 'Bio-Kaltschaummatratzen' anbieten, deren Kaltschaum unter anderen aus Schaumstoff (Erdöl-Bestandteilen und wie oben erwähnt aus Pflanzenöl-Bestandteilen) besteht. Inwieweit es legitim ist, die gesamte Matratze als Bio-Kaltschaummatratze anzupreisen, gilt es zu hinterfragen!


Ist Naturlatex gleich Naturlatex?
Nein! Der nahezu höchstmögliche Naturkautschuk-Anteil eines Naturlatexkerns liegt bei 100%. Mit 'nahezu' ist gemeint, dass zum vakuumieren ca. 3 - 5% weitere notwendige Bestandteile hinzukommen. (siehe Hinweise weiter oben zu QUL). Im Handel können auch Naturlatexmatratzen angeboten werden, deren Naturkautschuk-Anteil ca. 20 - 80% enthält.

Naturlatexmatratze ist nicht gleich Latexmatratze!
In unseren Beratungsgesprächen erleben wir oft, dass interessierte Kunden zum ersten Mal erfahren, dass es einen Unterschied gibt, wenn sie nach Latexmatratzen fragen und wir dann von Naturlatexmatratzen sprechen. Während unter dem Begriff 'Latexmatratzen' fast ausschließlich die Kerne aus Erdöl- und weiteren Zusatzbestandteilen bestehen, besteht die Naturlatexmatratze aus Naturkautschuk des Baumes ''Hevea brasiliensis''. Der Ursprungsort des Kautschukbaumes ist also Brasilien, auch wenn der Anbau des Baumes mittlerweile weltweit in den vorwiegend wärmeren Gegenden wie Asien in Monokulturen angebaut wird. Der Begriff 'Kautschuk' stammt aus der Indianersprache und heißt so viel wie 'weinender Baum' oder 'tränendes Holz'. Mit Kautschuk wird heute allerdings der erstarrte gummierte Milchsaft bezeichnet, denn Latex (die eigentliche Bezeichnung für die flüssige Form) vulkanisert an der Luft. (Quelle: Baumberger Schlafkomfort - Die kleine Bettlektüre, Stand 2004)

Stand: 16.07.2016
GGB_Lahnstein